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Familie Maus und die Garage des Grauens ab 10 Jahren Version

Hier findet ihr eine Kindergeschichte von der Familie Maus und der Garage des Grauens. Hinweis: Alle Inhalte wurden von uns selbst verfasst. Bitte beachtet unbedingt das © Copyright. Eine Veröffentlichung auf anderen Webseiten, sowie eine kommerzielle Nutzung der Texte, muss vorher von uns genehmigt werden.

 

Natürlich dürft ihr, liebe Eltern und Großeltern, Kinder, Geschwister und Freunde die Kindergeschichte vorlesen und/oder ausdrucken. Dafür ist sie ja da :-) Viel Spaß!!!

 

Warnung: Liebe Eltern, diese (von uns so eingestufte) ab 10 Jahren Version der Geschichte ist für kleine Kinder vielleicht etwas zu hart (auch wenn viele Märchen früher brutaler waren) und eher für Teenager und Erwachsene geeignet. Es gibt aber auch eine entschärfte, aber immer noch spannende Version für kleinere Kinder.


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Familie Maus und die Garage des Grauens (ab 12 Jahren Version)

Es war ein grauer Novembertag und Papa Maus hatte es sich gerade gemütlich gemacht. Er wohnte mit seiner ganzen Familie in einer Gartenhütte mit vielen kuscheligen Verstecken. Seine Familie, das waren Mama Maus, die Kinder Leonie, Laura, Lisa und Ludwig und natürlich er, Papa Maus.

 

Als Papa Maus nun gerade ein Nickerchen machen wollte, kamen plötzlich Leonie, Laura und Lisa in die Hütte gerannt und riefen laut: „Papa, Papa, Du musst schnell kommen, Ludwig ist in die Garage gegangen.“ Mama Maus stieß einen spitzen Schrei aus. „Doch nicht etwa in die Garage mit den Schränken?“, fragte Sie. „Doch, genau die“, sagte Leonie, immer noch völlig außer Atem.

 

 

Papa Maus war sofort hellwach. Wenn Ludwig in diese Garage gegangen war, dann war er in Lebensgefahr. Das war die Garage von Olaf dem Schrecklichen. Die Garage des Grauens! Dabei wusste er doch, wie gefährlich es dort war. „Was genau ist passiert?“, fragte Papa Maus, während er schon fast aus der Hütte herausgeflitzt war. „Wir haben fangen gespielt und dabei sind wir an der Garage vorbeigekommen“, sagte Leonie. „Ja und da roch es so lecker nach Speck“, ergänzte Laura. „Da ist Ludwig einfach hineingeschlüpft und obwohl wir gerufen haben, dass er wieder herauskommen soll, ist er weiter in die Richtung gelaufen, aus der der Duft kam“, sagte Lisa mit zitternder Stimme.

 

Papa Maus war schon weg. „Ihr bleibt hier, bis ich zurück bin“, rief er noch, während er quer durch den Garten rannte. Hoffentlich kam er nicht zu spät. Er rannte neben den Stufen die Treppe hoch und erreichte nur wenige Sekunden später die Garage. Das Garagentor war nur angelehnt und von drinnen kam ihm der leckere Duft von Speck entgegen. Doch das war ihm im Moment egal. Er begann laut zu rufen: “Ludwig! Ludwig, wo bist Du?“ Keine Antwort.

 

In der Garage war es ziemlich dunkel und es dauerte einen Moment bis sich Papa Maus orientiert hatte. Da sah er ihn. Ludwig saß auf einem Regal und blickte wie hypnotisiert auf ein Stück Speck, welches sich nur noch wenige Zentimeter von seiner Nase entfernt befand. Jeden Moment konnte er zubeißen und dann würde die Falle zuschnappen.

 

Papa Maus verlor keine Sekunde und rannte seitlich am Regal nach oben und dort weiter in Richtung seines Sohnes. Er musste es einfach schaffen. Gerade wollte Ludwig einen Schritt nach vorne machen und in den leckeren Speck beißen, da mobilisierte Papa Maus seine letzten Kräfte und setze zum Sprung an. Er sprang so schnell und so weit, wie er noch nie zuvor gesprungen war, krachte mit voller Wucht gegen Ludwig, dessen Nasenspitze gerade den Speck berührte und PENG, schnappte die Mausefalle zu. Danach herrschte Stille!

 

*

 

Ein paar Meter weiter stand Olaf vor dem Haus und zog genüsslich an einer Zigarette. 21, diese Zahl ging ihm immer wieder durch den Kopf. Genau 21 Mäuse hatte er inzwischen auf dem Gewissen. Gewissen, was war das überhaupt? Olaf dachte lange nach. Nein, in Bezug auf Mäuse hatte er kein Gewissen mehr. Das war ein Luxus, den er sich nicht erlauben konnte.

 

Es hatte eine Zeit lang gedauert, bis er die Mäuse durchschaut hatte, aber nun wusste er genau, wie er sie kriegen konnte. Er hatte verschiedene Köder ausprobiert und nachdem sie am Anfang alle aus den Fallen rausgefressen wurden, hatte er schließlich eine Geheimwaffe entdeckt. Der ultimative Köder war Nutella.

 

Nun gingen ihm die Mäuse reihenweise in die Falle. Wieso sollte er da auch ein schlechtes Gewissen haben? Das Letzte, das die Mäuse auf dieser Welt zu sehen und zu riechen bekamen war etwas, dass sie vorher noch nie gerochen hatten. Der süße Duft von Nutella. War das nicht ein schöner Tod? Das musste so sein, als wenn ein Mann beim Bier trinken plötzlich einen Herzinfarkt erleidet. Ein plötzlicher Tod während der Glückseligkeit.

 

Leider war ihm das Nutella ausgegangen und so musste er vorübergehend auf Speck zurückgreifen. Plötzlich hörte er ein lautes „PENG“ und er wusste was dieses Geräusch zu bedeuten hatte. Seine Mundwinkel verzogen sich zu einem breiten Grinsen. Er liebte dieses Geräusch, wenn der straff gespannte Bügel der Mausefalle plötzlich und eiskalt zuschlug und nur durch den dünnen Körper, einer eben noch höchst lebendigen Maus, leicht abgebremst wurde.

 

Erwartungsvoll ging er hinüber zur Garage, in der er die Mausefallen aufgestellt hatte. Wenn er gewusst hätte, dass er so viele Mäuse erlegen würde, dann hätte er von Anfang an eine Trophäensammlung angelegt. Er hätte eine lange Leiste genommen und hätte die Mäuse am Schwanz hängend an diese Leiste getackert. Diese Leiste hätte er dann als Abschreckung in der Garage aufgehängt. Doch nun war es zu spät, denn er hatte die Mäuse bereits entsorgt.

 

Auf dem Weg in die Garage traf er die Nachbarskatze, die freudig schnurrte. „Du Faulpelz,“ sagte er zu ihr. „Du könntest ooch mal eene von den Mäusen fangen. Jetzt bleibt die janze Arbeit wieder an mir hängen. Nimm Dir mal ein Beispiel an mir, wie man det macht“, sagte Olaf vorwurfsvoll, mit ausgeprägtem Berliner Dialekt. Die Katze sah ihn irritiert an und trottete davon. Vermutlich dachte sie nur: „Was hat der denn nun schon wieder?“ Olaf ging derweil erwartungsvoll in die nun vollends geöffnete Garage hinein, um seine Beute in Augenschein zu nehmen, bis er schließlich die ausgelöste Mausefalle sehen konnte.

 

*

 

 

Es dauerte ein paar Sekunden bis Papa Maus wieder zu sich kam. „Papa?“ sagte Ludwig fragend. „Was ist passiert?“ Papa Maus rappelte sich langsam auf. Bei seinem Sprung hatte er Ludwig gerade noch rechtzeitig aus der Mausefalle geschubst und war mit ihm zusammen gegen die Wand geprallt. Doch zum Glück war ihnen nichts passiert. „Erinnerst Du Dich denn gar nicht mehr, Ludwig?“, fragte Papa Maus. „Du bist dem Speckduft gefolgt und wärst um Haaresbreite von der Mausefalle erschlagen worden.“ Ludwig erstarrte. Er wurde so blass, wie man es als Maus nur werden konnte. Hätte er im Schnee gestanden, hätte man ihn vermutlich nicht mehr gesehen, so weiß war er. „Nein, Papa, daran kann ich mich gar nicht erinnern“, sagte Ludwig, immer noch vollkommen geschockt. „Ich kann mich nur noch an den Duft von Speck erinnern und von da an weiß ich nichts mehr. Entschuldige bitte.“ „Ist schon gut. Hauptsache Du bist unverletzt. Es ist ja gerade nochmal gut gegangen.“

 

Da plötzlich hörten Sie Schritte und das Garagentor wurde komplett geöffnet. Schnell huschten sie in eine dunkle Ecke. Da war er, Olaf der Schreckliche! Er musste gehört haben wie die Falle zugeschnappt war und nun wollte er sich davon überzeugen, dass er wieder eine Maus erlegt hatte. „Na da wolln wa doch ma kieken, ob ick wieder eene von euch erwischt habe“, sagte er gut gelaunt und kam auf die Falle zu.

 

Papa Maus und Ludwig hatten genug gesehen und rannten so schnell es ging an der Rückseite des Regals hinunter und unter dem untersten Regalboden an Olaf vorbei ins Freie. Während sie nach Hause rannten hörten sie noch, wie Olaf der Schreckliche laut fluchte. „Verdammt, jetzt haste mir den juten Speck runterjefressen. Aber beim nächsten Mal, da erwisch ick dich!!!“

 

„Ein nächstes Mal wird es nicht geben Papa“, sagte Ludwig, „denn in Zukunft werden wir alle einen großen Bogen um die Garage von Olaf machen.“ „Das will ich auf hoffen,“ sagte Papa Maus, „denn so einen großen Schrecken braucht ihr Mama und mir nicht noch einmal einzujagen“, und schmunzelte. Zuhause angekommen war die Freude groß und Mama Maus vergoss sogar ein paar Freudentränen der Erleichterung. Dann feierten sie alle zusammen den glücklichen Ausgang dieses gefährlichen Abenteuers, mit einer großen Portion Vogelfutter, aus ihrer Vorratskammer, ehe sie schließlich müde in ihre Betten fielen.

 

ENDE

 

© Guido Lehmann, Sprueche-Gruesse.de, 17.11.2019



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