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Weidatal Nordic Walking Marathon in Weißendorf/Zeulenroda: Erfahrungsbericht 2004

Es war so einer der Tage, von denen man sagt: "an so einem Tag jagt man nur Läufer und Walker vor die Tür". Und genau das taten knapp 500 von ihnen beim 1. Weidatal Nordic Walking Marathon im thüringischen Weißendorf/Zeulenroda. Wäre das Wetter besser gewesen, hätte es sicherlich nicht so viele lustige, auch sarkastische Bemerkungen gegeben. Irgendwie schweißt so ein Wind- und Regentag zusammen. Wie dem auch sei, mehr als durch und durch nass geht nicht und danach ist sowieso alles egal. Ran und durch!

Ob nun die 10 km, der Halb- oder der Marathon (zweimal die Halbmarathonstrecke), es waren ausgesprochen abwechselungsreiche Strecken, gut beschildert und ebenso gut die Versorgung unterwegs. Die 21,1 km, also auch die 42,2 km kann man schon als anspruchsvoll bezeichnen. Asphalt flach, Feld- und Waldwege, Teilstücke, die an Cross erinnerten sowie die eine und andere kräftige Steigung fügten sich gut zusammen. Und natürlich gab es ein schönes Schlammstück. Der Rennsteig und auch Monschau lassen grüßen.

Aus dem Hamburger Raum, dem Rheinland, aus Hessen, auch aus Polen und Tschechien waren Läufer, Walker und vor allem Nordic Walker angereist. Es war keine reine Nordic Walking Veranstaltung (warum auch?). Auch der gemeinsame Start aller für alle Strecken verlief problemlos. Nordic Walker (diesmal war ich auch einer von ihnen) sollten sich bemühen, auf den ersten Metern, wo sich noch alles drängelt, die Stöcke eng am Körper zu halten, also noch nicht "voll auszufahren". Die Stolpergefahr für nachfolgende Walker und Läufer ist bei so einem Massenstart zu groß.

Apropos Massenstart. Diejenigen, die auf die längste Strecke gehen, müssen sich darüber im klaren sein, dass am Ziel sich nicht mehr viel abspielt. Die meisten, die eine kürzere Strecke gewählt haben, sind inzwischen satt und schon auf dem Nachhauseweg. Auch die Veranstalter, die Leute an den Informations- und Verkaufsständen haben naturgemäß nicht allzu viel Interesse, auf die wenigen unentwegten Langstreckler zu warten. Man kann im Grunde genommen nach absolvierten 42 km gleich zur Unterkunft durchstarten. Die andere Möglichkeit, zeitlich gestaffelt so zu starten, dass die Zieldurchgänge in einem engeren Zeitfenster erfolgen, erfordert größeren Organisationsaufwand. Es hat beides seine Vor- und Nachteile.

So schön es auch ist, nach Zieldurchgang noch gedeckte Tische und offene Stände vorzufinden, auch noch viele Gesprächspartner zu treffen und neue Kontakte knüpfen zu können, wichtiger ist das Erlebnis auf der Strecke. Und das war ja auch eines. Bei einer Veranstaltung dieser Art kommt immer wieder die Diskussion hoch bezüglich Wettkampfbedingungen, Zeitmessung, Einhaltung der einmal gewählten Stilart (zwischendurch laufen, statt konsequent walken) und so weiter. Ich habe hier im Walkingportal schon verschiedentlich dazu Stellung genommen (im Forum, bei den Fragen und Antworten) und will das nicht alles wiederholen.

Es gibt keinen Wettkampf "Walking" mit offiziellen und festen Regeln. Wer das haben will, muss zu den Gehern gehen. Walking ist eine Breitensportart, der man allerdings einen wettkampfähnlichen Charakter geben kann, wenn man es denn unbedingt will. Ich walke für mich, nicht für irgendeine Platzierung. Ich walke höchstens gegen meine eigenen Zeiten. Also: lasst ihn mit Gelassenheit ziehen, den Walker, der da zwischendurch joggt.

Zurück zur Veranstaltung! Die Organisation war gelungen. Vielleicht sollte man am Tag vor dem Start für eine gewisse Zeit die Möglichkeit geben, die Startunterlagen abzuholen. Man entzerrt das Gedrängel kurz vor dem Start. Das gemeinsame Aufwärmen war gut. Man wurde mit Schwung eingestimmt. Die Ausschilderung ließ eigentlich keine Zweifel aufkommen; es gab ausreichend Verpflegung und Getränke auf der Strecke. Km-weise Ausschilderung alle 5 km.

Die Eröffnung des ersten "nordic activ"-Walking Zentrums des Deutschen Skiverbandes in den neuen Bundesländern mit seinen ausgeschilderten Strecken wurde zeitlich vorgezogen, sodass die Marathonis davon nichts mitbekamen. Zumindest die nicht, die konsequent gewalkt und nicht gelaufen sind und somit natürlich ihre Zeit brauchten, um ins Ziel zu kommen.

Fazit: Eine gelungene Premiere. Es ist zu wünschen, dass sich der Weidatal Nordic Walking Marathon etabliert.

Horst-G. Robbers, Bad Neuenahr-Ahrweiler


Herausforderung Nodic-Walking Marathon

Wir 5 von der Abteilung Tus Hornau-Langlauf aus Kelkheim im Taunus stellten uns die Aufgabe des Erlebens, wenn man einen Marathon mit Nordic Stöcken geht.

Deshalb meldeten wir uns beim 1. Weidatal Nordic Walking Marathon im thüringischen Weißendorf/Zeulenroda an. Es wurde — da uns bis dahin jede Erfahrung fehlte — im vorein heftig diskutiert, in welcher Zeit und mit welchem Training man das bewältigen könnte. Die 5 waren fleißig — jeder auf seine Art — und wie man sieht: es hat sich gelohnt, alle waren Happy und um viele Erfahrungen reicher zurückgekommen.

Zu dem hervorragenden Bericht des Nordic Walking Kollegen Horst-G. Robbers aus Bad Neuenahr-Ahrweiler im www.walkingportal.de möchte ich nur noch hinzufügen, dass wir uns noch daran gewöhnen müssen im Rahmen von auch normalen Marathon-Läufern diese Sportart auszuüben. Wir waren vorerst der Meinung überwiegend Nordic-Walking Geher anzutreffen, mussten aber auch einsehen, dass sich eine reine NW-Veranstaltung bei dem dazugehörenden Aufwand auch kaum lohnen kann.

Der Zeitaufwand ist bei min. 5-6 Stunden doch sehr hoch, um auch die Zuschauer noch zu begeistern, besonders wenn wie an diesem Tage auch noch das Wetter nicht mitgespielt hat. Noch eine Feststellung konnten wir treffen denn es waren eine hohe Zahl männlicher Teilnehmer, was wir in unserer Region weniger haben; hier wird diese Sportart meist von Frauen ausgeführt. Die Gründe das es so ist, sind viele. Ausreden ect. obwohl es für einige gesünder und besser wäre als weiterhin zu joggen oder laufen.

Wir werden weiterhin mit Spass bei der Sache bleiben und auch noch sicher den einen oder anderen Marathon mitgehen, um festzustellen, ob man — wie ich gesehen habe — bis ins hohe Alter noch sehr gute Zeiten gehen kann. Der große Vorteil ist auch: man hat unterwegs viel Zeit sich mit Teilnehmern zu unterhalten und neue Freundschaften zu knüpfen wie hier mit Horst-G. Robbers.

Harald Horvath www.tushornau-lg.de