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Steinfurt Marathon: Erfahrungsbericht Walking Halbmarathon Walking 2004

Frühlingsanfang- oder was? Das war also der Frühlingsanfang: statt laues Lüftchen und sanfter Brise, Sturm und Regenschlacht. Vom tollen Wetter des Vorjahres verleitet, habe ich auch in diesem Jahr zum Steinfurter Walking Halbmarathon gemeldet. Für mich sollte es der Härtetest für den 2. Karstadt-RuhrMarathon sein. Nach 8-wöchiger Vorbereitungszeit, teilweise in Schnee und Eis, wollte ich die Strecke in 2:35 Stunden schaffen.

Der Wetterbericht versprach nichts gutes, Sturm und Regen waren angesagt. Aber vielleicht haben wir Glück und es bleibt trocken. In Steinfurt angekommen sah es ganz gut aus, zwar windig, aber Sonne. Aber es war auch erst 12 Uhr und der Start sollte um 14 Uhr sein. Also hatte das Wetter noch zwei Stunden Zeit, um sich der Wettervorhersage anzupassen.

Und so kam es natürlich auch. 128 WalkerInnen warteten auf den Startschuss und der Himmel öffnete seine Schleusen. Nur von Regen zu sprechen wäre untertrieben. Von der ersten Sekunde an waren wir nass - und die Regenjacke lag natürlich sicher und trocken im Auto. Aber wenigstens konnte sich die soeben erworbene Mütze bewähren.

Das Feld entzerrte sich ziemlich schnell. Powerwalker und Wogger (die können gleichzeitig Walken und Joggen) zogen schnell vom Feld weg und ich hatte Glück und konnte mich an die Fersen eines schnellen Walkers heften. Die ersten 5 km waren wettermäßig weniger schlimm als befürchtet. Die Zeit lag mit 33:50 min genau im Soll. Nach 5 km nahm der Wind dann spürbar zu, dazu kam bei km 6,5 der Anstieg in Borghorst. Erstaunlicherweise bin ich dort gut hochgekommen, dass Training zahlt sich doch aus. 10 km- hocherfreut, werfe ich einen Blick auf meine Uhr. 1:09:41 Stunden, das bedeutet eine neue Bestzeit über diese Distanz. Aber ich habe noch über die Hälfte der Strecke vor mir und wie sich zeigen sollte, der weitaus schwierigere Teil.

Die nächsten Kilometer waren geprägt von Gegenwind und Regen und die Krönung der Strecke, zwischen km 13 und 14 freies Feld, kein Baum am Straßenrand und brutaler Gegenwind mit Sturmböen. Der offizielle Fotograf, der dort gut geschützt im Auto saß, hat bestimmt viele Fotos mit gequälten Läufergesichtern. Das einzige, was mich auf diesem Stück vorwärtsgetrieben hat, war das Wissen, dass man auf einem Rundkurs den Wind irgendwann auch mal von hinten haben müsste. Und tatsächlich wurde es windmäßig auch wieder besser.

Meine nächste Richtzeit waren die 16 km. Unter zwei Stunden wollte ich bleiben. Meine tatsächliche Zeit war 1:55 Stunden. Ich lag immer noch im grünen Bereich und wenn mich meine Kräfte nicht auf dramatische Weise verlassen würden, konnte ich mein Ziel erreichen. 3 km vor dem Ziel kamen wir dann auch wieder in bewohntes Gebiet. Vereinzelt standen wieder Zuschauer am Straßenrand, die einen beklatschten und anfeuerten. Der letzte km "walkte" dann ganz von alleine.

Kurz vor dem Ziel bekamen die Frauen eine Rose überreicht, dann hörte ich das Piepsen des Laufchips als ich die Zeitmessmatte überlief. Ich stoppte meine Uhr bei 2:33:21 Stunden. Erschöpft, aber auch glücklich, den Naturgewalten getrotzt zu haben, habe ich mein persönliches Ziel erreicht und ich habe die Gewissheit, dass ich auf einem guten Weg zum Marathon bin.

Ein besonderes Lob verdienten sich die vielen freiwilligen Helfer, die genau wie die Läufer, Inliner und Walker dem Wetter standhielten und immer noch Zeit fanden, die Läufer anzufeuern und aufzumuntern. Die Zuschauer, die sich an die Strecke getraut hatten, haben, wie auch im letzten Jahr, für gute Stimmung gesorgt und haben so die Sonne auch ein bisschen scheinen lassen.

Brigitte Paarmann
www.walkingtreff-luenen.de