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Rügenbrücken Marathon: Erfahrungsbericht Walking Rügenbrückeneröffnung 2007

So eine neue Brücke, zumal, wenn sie sich gut in die Landschaft einpasst, ist doch etwas Feines. Wenn dann noch einige clevere Sportsfreunde auf die Idee kommen, dass eine Autobrücke, nachdem sie eröffnet, jedoch bevor sie befahren wird, auch belaufen und bewalkt werden kann, dann hat man den in Stralsund am 21.10.2007 zusammen.

Es ist bekannt, dass die Stralsunder und Rüganer nicht zu den Jammerpötten dieser Nation gehören, sondern etwas auf die Beine stellen können und das auch tun. Das ganze Wochenende um die Eröffnung der neuen Brücke von Stralsund nach Rügen herum war voll gefüllt mit Programmpunkten. Stralsund alleine ist ja schon einen Besuch wert — Landschaft — Museen — Fischrestaurants satt. Die Gorch Fock I nicht zu vergessen! Ein Wochenende ist wirklich nicht genug. Von Rügen und der weiteren Umgebung von Stralsund will ich mal gar nicht erst anfangen.

Langeweile wäre auch ohne den Lauf und Walking Day nicht aufgekommen. Aber wegen der Kombination Gegend — Lauf / Walking Day waren wir ja extra über 700 km angereist. Und haben es nicht bereut.

Manfred Blessin vom TSV 1860 Stralsund und der Sportbund Hansestadt Stralsund hatten eine schöne Veranstaltung organisiert, die sich prima in den Gesamtrahmen einpasste. Sogar das Wetter hatten sie im Griff (norddeutsch kühl mit einer Portion Sonne und distanziert). Distanziert hatten sie nämlich den Regen und zwar weit weg. Es war nicht so sonnig wie beim Köln Marathon 14 Tage vorher, aber erheblich angenehmer als beim (ebenfalls einmaligen) Brückenlauf auf der A 73 bei Suhl/Thüringen im September 2006 (Mann, war das naß und kalt - aber auch schön!)

Die Brückenfreigabe durch Bundeskanzlerin Angela Merkel am Samstag ermöglichte es, an diesem Tag schon einmal mit zig-tausend anderen die Brücke zu begehen und sich mit der Strecke vertraut zu machen.

Ursprünglich hatte ich mich bei den Walkern angemeldet. Später merkte ich, dass die Walkingstrecke nicht über 10 sondern über ca. 5,5 km ging. Das war denn doch etwas wenig. Also hatte ich mich umgemeldet auf die Laufstrecke (10 km - Wendestrecke zweimal über die Brücke). Bei der Abholung der Startunterlagen merkte ich, dass man zwar die Ummeldung durchgeführt hatte, mich aber bei der kürzeren Walkingstrecke nicht raus genommen hatte. Also hatte ich zwei Startnummern. Da der Start der längeren Laufstrecke um 0900 Uhr, der der kürzeren Walkingstrecke aber erst um 1100 Uhr war, war es kein Problem, beide Strecken zu walken. So bin ich also dreimal über die Brücke gewalkt und einmal mit der Fähre von Rügen nach Stralsund gefahren, habe rechtmäßig zwei Urkunden und zwei Medaillen bekommen.

Es war schon ein gelungener Spaß. Ich glaube, ich schulde den Veranstaltern jetzt drei Euro oder so ähnlich, weil ich ja zweimal gestartet bin, aber nur einmal bezahlt habe. Dafür habe ich aber eine Menge Geld in diversen Fischrestaurants gelassen. Ich hoffe, das gleicht sich wieder aus. Falls nicht: schickt mir ´ne Rechnung.

Die Organisation war absolut ok. Die vielen Helfer waren freundlich und hilfsbereit. Die Streckenführung bereitete (logischerweise) keine Probleme. Die Positionierung der Helferwagen (THW, DRK, Polizei, Feuerwehr) bewies Sachverstand der Organisatoren. Duschen gibt es nie genug. Das Dixie-Häuschen auf der Brücke habe ich nicht benutzt — ich fürchtete, ich würde mir den Hintern verkühlen! Nicht bei allen Veranstaltungen findet man unterwegs "Einkehrmöglichkeiten".

Eine kleine Unsicherheit ergab sich bei den Walkern, als sie den Powerbar-Torbogen hinter der Brücke passierten. Dort, wo die Radfahrer auf ihren Start warteten. Zum einen war schwer durchkommen. Zum anderen waren viele Walker der Meinung, dass sie nun ihr Ziel erreicht hätten. Wer die Ausschreibung genau gelesen hatte (übrigens an den Sportbund: es heißt "Nordic Walking", nicht "Nording Walking"), wußte zwar, dass dieser Punkt nicht der Hafen Altefähr sein konnte, etwas verunsichert waren die Nicht-Ortskundigen jedoch schon.

Und noch etwas: Bei einem Start in dieser Größenordnung (es waren wohl an die tausend (Noridic-) Walker und Wanderer) sollte die Startreihenfolge sein: Walker, Nordic Walker, Wanderer. Ein schneller Nordic Walker kann langsame Walker besser überholen als ein schneller Walker eine Gruppe langsamer Nordic Walker.

Aber das waren Kleinigkeiten. Wir haben es nicht bereut, dabei gewesen zu sein und danken allen, die diese Veranstaltung möglich gemacht haben. Man plant ja schon den 1. Rügenbrücken Marathon am 17./18.05.2008 inklusive 10 km Walking.

Aber muß der denn genau mit dem Rennsteiglauf terminlich zusammenfallen? Das gibt ja wieder innerliche Konflikte!!! Denn: Rennsteig ist Kult! Wünschen wir der nördlichen Region, dass es auch so kommt!

Horst-G. Robbers, Bad Neuenahr-Ahrweiler