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Rotwein-Walking-Ahr in Bad Neuenahr-Ahrweiler: Erfahrungsbericht 2007

Zum 7. Mal fand das Rotwein-Walking-Ahr nun statt — und es war kein verflixtes 7. Jahr! In gewohnter Weise zog das Sportfachgeschäft Sportteufelchen mit vielen Helfern seine Veranstaltung durch. Bekanntermaßen "dürfen" auch Läufer teilnehmen. Meistens ist es ja umgekehrt.

Pünktlich zum Start hörte das leichte Nieseln auf. Es waren fast ideale Temperaturen. Auch wenn ich schon eine ganze Reihe von Jahren ortsansässig bin, der herbstliche Blick in die Weinberge, ins Tal, von unten nach oben oder von oben nach unten — geradeaus oder rundherum ist nach wie vor schön und immer wieder neu. Man sollte das Rotwein-Walking-Ahr in ein Gesamtwochenende an der Ahr einbauen.

Die nun schon gewohnte Streckenführung ist gut und abwechslungsreich. Die Bezeichnung "leicht" wäre etwas untertrieben. Trotz vieler Streckenposten und eigentlich wirklich guter Ausschilderung gelingt es doch dem einen oder anderen, sich zu verlaufen. Nicht ganz nachvollziehbar.

Das Rotwein-Walking-Ahr ist eine sehr familiär und freundlich wirkende Veranstaltung. Man kann sich fordern oder es gemütlich angehen lassen. Es gibt eine Teilnahmeurkunde, aber keine Zeitmessung. Wer unbedingt will, kann sich seine Zeit ja selbst nehmen. Aufgrund der Steigungen (nur durch sie hat man so viele schöne Aussichten — also nicht stöhnen!!!) ist es sowieso keine schnelle Strecke. Das würde auch dem Gesamtcharakter der Veranstaltung widersprechen.

Was man recht selten erlebt: Selbst die letzten Ankommenden der 15 km Strecke (es wurden auch 5 und 10 km angeboten) bekamen noch genügend Kaffe, Kuchen und Gulaschsuppe. Ob man es hinbekommt, das "Nadelöhr" Vorraum der Sporthalle etwas zu entschärfen?

Fazit: Eine Walking- und Laufveranstaltung, die sowohl für diejenigen geeignet ist, die auf einer abwechslungsreichen, mit ordentlichen, aber relativ kurzen Steigungen versehenen Strecke powern wollen, als auch für jene, die prüfen wollen, ob sie ohne Zeitdruck eine durchaus anspruchsvolle 5, 10 oder 15 km Strecke schaffen.

2003: Die Erfahrungen vom letzten Jahr waren umgesetzt. Es war eine schöne Veranstaltung, zumal wir einen herrlichen Herbsttag erwischt hatten. Die Laufgemeinschaft Gimmigen und "Sportteufelchen" hatten eine runde Veranstaltung auf die Beine gestellt.

Der Aufenthaltsraum, der gleichzeitig Kuchentheke, Getränkeausschank, Anmeldung, kostenlosen Blutzuckertest und Fachgeschäftberatung beherbergte, war arg klein — trotz des draußen aufgebauten Zeltes, aber man kann eben nicht alles haben. Ich bin sicher, wenn das Wetter schlecht gewesen wäre, wir hätten einfach die Sporthalle selbst besetzt. Es wäre schon gegangen.

Gemeinsames Aufwärmen, Urkunde, drei (geführte) Strecken — 3, 10, 15 km. Bei geführten Veranstaltungen (eine Person vorneweg — kein Teilnehmer prescht davon, eine hinten als Staubsauger und noch jemand zwischendrin) erübrigen sich Startnummern, Zeitnahmen, Ausschilderungen und Streckenposten. In der Ausschreibung sollte erwähnt werden, dass es sich um eine solche Veranstaltung handelt.

Der Grund ist ganz einfach: Bei allen Bemühungen, die jeweilige Gruppe zusammenzuhalten — es geht nicht! Sie zieht sich auseinander. Wenn ich weiß, dass ich mich an keiner Ausschilderung, keinem Streckenposten orientieren kann, dann achte ich mehr darauf, dass ich den Blickkontakt nach vorne nicht verliere, um mich nicht zu verlaufen. Lautsprecherdurchsagen vor dem Start werden nicht immer verstanden.

Ob es sich um eine geführte oder nicht geführte Veranstaltung handelt, ist Sache des Veranstalters. Beide Arten haben ihre Vorteile, beide ihre Nachteile.  Es war auch für mich eine neue Erfahrung, an einer Verpflegungsstelle regelrecht eine Pause einzulegen. Auf der Maybachfarm gab es ja nicht nur Wasser, sondern....schließlich hieß die Veranstaltung ja Rotwein-Walking-Ahr! Man will ja nichts verschütten. Medoc läßt grüßen!!!!!

Ein Vorteil solch einer Pause war, dass man sich auch mal anderen Leuten unterhalten konnte, als denen, in deren direkter Nähe man sonst walkte. So bekam ich mit, dass eine Walkerin sich beklagte, die Strecke sei viel zu anspruchsvoll. Sie sei die Steigungen und Gefälle aufgrund ihres heimatlichen Walkinggebietes nicht gewohnt, deshalb ziemlich fertig und würde nie wiederkommen. Die Antwort auf die Frage, warum sie denn dann fast in der Spitzengruppe mitgepowert und ihre Geschwindigkeit nicht ihren Fähigkeiten angepasst habe, blieb sie schuldig.

Ihr lieben Leute: Ich kenne keine Walkingveranstaltung, bei der Teilnehmer aufgrund ihrer Geschwindigkeit aus der Veranstaltung genommen werden. Wir veranstalten keine Qualifikationsrennen. Der Staubsauger läßt keinen verkommen. Passt eure Geschwindigkeit euren momentanen Fähigkeiten an. Habt den Mut, die Handbremse anzuziehen. Lasst die Vernunft, nicht den Ehrgeiz dominieren. (Ich weiß, ich weiß: Vielleicht richte ich mich eines Tages auch nach diesen schlauen Sätzen!!)

Horst-G. Robbers, Bad Neuenahr-Ahrweiler

2002: Veranstaltung des Sportfachgeschäfts "Sportteufelchen", Bad Neuenahr-Ahrweiler. Neben dem reinen Walken konnte man an einem Walking-Fach-Seminar (unter anderem mit Hartwig Gauder) teilnehmen.

Man merkte zwar, dass es sich um die "Jungfern"-Veranstaltung handelte, aber trotzdem: die Idee ist gut und wird im Folgejahr unter leicht geänderten Bedingungen erneut stattfinden und sich hoffentlich etablieren.

Horst-G. Robbers, Bad Neuenahr-Ahrweiler