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Elbtal Weinlauf Meißen: Erfahrungsbericht 2006

Elbtal Weinlauf in Meißen - na und? Weinlauf klingt schon mal gut. Wer das Rotweinwalking aus Bad Neuenahr-Ahrweiler kennt, wer den Medoc Marathon kennt, wer dann in der Ausschreibung des Elbtal Weinlaufs liest:

- Laufen, Joggen, Wandern, Walking, Nordic Walking) und
- Start zwischen 1000 und 1200 Uhr,

der weiß, dass es nicht um Bestzeiten gehen kann (auf Höchstleistungen komme ich später zu sprechen!). Da ich meine Teilnahme nicht frühzeitig sicherstellen konnte, war ich am Vortag angereist, um mich vor Ort anzumelden.

Kein Problem, der Organisationspunkt war schnell gefunden. 12, 15 und 30 km waren angeboten. Weniger als die Marathons in der Wachau und in Berlin kurz davor, als die Erwartungen, die ich hegte, ließen meine Wahl auf die 15 km fallen. Ein Bekannter hatte mir die Strecke auch als die (zumindest weinmäßig) besser Strecke empfohlen. Die 15 km waren jedoch schon ausgebucht (vermutlich wegen Bustransfer zum Startpunkt). 12 und 30 km waren Rundkurse. Ich also die 12 km gebucht. Ob die 15 km Strecke nun besser oder schöner als die 12 km war, weiß ich nicht. Jedenfalls hat mir die 12er Strecke ausgesprochen gut gefallen!!! Auf 12 km 12 (in Worten: zwölf) Verpflegungsstellen, davon 10 mit Wein-Probier-Möglichkeiten, das reicht wirklich. Ich glaube, ich habe mehr Zeit an den Weinständen zugebracht, als auf der Strecke selbst.

Übrigens: im Starterpaket war eine Stempelkarte enthalten. Man konnte (mußte aber natürlich nicht) seine Start- und Zielzeit an einem Stempelautomaten, wie in der Straßenbahn stempeln lassen. Noch mal: Es war eine "Genussveranstaltung"!. Wer wollte, konnte zwischendurch auch gerne powern. An einer Stelle, so im letzten Drittel, gab es (glaube ich wenigstens) eine Strecke von mehr als 1.000 m ohne Weinversorgungsstelle. Das war natürlich kritisch!! Ich kann mich nicht erinnern, jemals an einer Veranstaltung teilgenommen zu haben, bei der so viele lustige Sprüche gewechselt wurden wie hier.

Natürlich gab es einen offiziellen Startschuß (1000 Uhr). Das war aber eher wegen der Presse und der Prominenten. Eine offizielle Zeitnahme gab es nicht. Warum auch? Ich bin, was ich als Walker sonst nie mache, die ersten Minuten gelaufen, um am Pulk der Wanderer und Nordic Walker vorbei zu kommen. Noch 45 min später habe ich Wanderer mit Startnummern überholt. Die müssen kurz nach Mitternacht losgegangen sein, jedenfalls weit vor dem Startschuß.

Hier noch einmal eine Bitte an die Nordic Walker (ich bin selbst einer und auch Ausbilder): besonders im Startbereich bitte die Stöcke so halten, dass Überholer nicht stolpern. Nehmt die Stöcke auf die Schulter, bis die Strecke frei ist und geht nur mit so vielen nebeneinander, dass die halbe Wegbreite noch frei ist für Überholer. Ruiniert nicht durch Unachtsamkeit den Ruf der Nordic Walker!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Die Strecke war schön. Rauf und runter, Straße, Feld, Wald. Es war alles dabei. Und einige Aussichtspunkte, die an den Mittelrhein und das Ahrtal erinnerten. Wir haben schon schöne Gegenden in Deutschland! Ich habe zwar den Trick (doppelt so viel Wasser trinken, wie Wein - oder war es umgekehrt?) beherzigt, aber so ganz ohne Wirkung kam ich doch nicht ins Ziel!

Auch hier ein Dank an die Organisatoren, mit Hinweisschildern auf interessante Punkte aufmerksam zu machen, die ein paar Meter abseits der "offiziellen" Strecke lagen. Ich weiß nicht, wie viele km ich tatsächlich zurückgelegt habe. Ist auch egal. Hier und da einen Abstecher, ein Schwätzchen, der Tag ist noch lang! Der Spaß steht im Vordergrund.

Da ich nach Zieldurchgang (allgemeine Urkunde, keine Medaille, Zeitnahme wie oben beschrieben) einen lieben Bekannten mit seiner Truppe fand, war der Rest des Tages gelaufen. Wir haben viel Spaß im Festzelt gehabt.

An die Organisatoren: Danke. Das war eine gelungene Veranstaltung. Eine gute Werbung für Meißen und den sächsischen Wein. Weiter so! Für das Wetter kann keiner. Vorschlag meinerseits: Auf die im Startpaket enthaltene Streckenbeschreibung hinter die erwähnten Verpflegungsstände (Weingüter) noch deren Adresse vermerken.

Insgesamt: Eine wirklich gelungene Mischung aus Werbung für die Region - Sport - Spaß. Sollte es machbar sein: ich komme gerne wieder.

Horst-G. Robbers, Bad Neuenahr-Ahrweiler